Leonardos „superschnelles Auge“ könnte das Lächeln von Mona Lisa erklären

PARIS – Wissenschaftler glauben, dass Leonardo da Vincis superschnelles Auge ihm geholfen haben könnte, die rätselhafte Magie von Mona Lisas Lächeln einzufangen.

Diese übermenschliche Eigenschaft, die auch Top-Tennis- und Baseballspieler teilen können, ermöglichte es dem Renaissance-Meister, winzige, flüchtige Ausdrücke und sogar Vögel und Libellen im Flug genau einzufangen.



Kunsthistoriker sprechen seit langem von Leonardos scharfem Auge, aber David S.



VISION THING Wissenschaftler glauben, dass das superschnelle Auge des Renaissance-Meisters ihm geholfen haben könnte, das rätselhafte Lächeln der Mona Lisa einzufangen, die später zum Publikumsmagneten im Louvre in Paris werden sollte. —AFP

Nicht synchrone Libellenflügel

Professor Thalers Forschung dreht sich darum, wie Leonardos Auge so scharf war, dass er feststellen konnte, dass die Vorder- und Hinterflügel einer Libelle nicht synchron sind – eine Entdeckung, die vier Jahrhunderte später durch Zeitlupenfotografie bewiesen wurde.



Der Künstler, der von 1452 bis 1519 lebte, skizzierte, wie beim Anheben der Vorderflügel einer Libelle die Hinterflügel gesenkt werden, was Thaler und seinen Kollegen nicht klar war, als sie den Unterschied selbst zu beobachten versuchten.

Thaler sagte gegenüber Agence France Presse, dass dieses Geschenk, um zu sehen, was nur wenige Menschen können, das Geheimnis von Leonardos berühmtestem Gemälde sein könnte.

Das Lächeln von Mona Lisa ist so rätselhaft, weil es den Moment darstellt, in dem man in ein Lächeln einbricht. Und Leonardos schnelles Auge hat das erfasst und festgehalten, sagte er.



Standbild

So oft sind unsere Erinnerungen an ein festes Bild, nicht an eine Bewegung. Leonardo und vielleicht andere Künstler hatten diese Fähigkeit, den Punkt zu erkennen, in ein Lächeln oder eine Emotion auszubrechen.

Thaler vermutet, dass der japanische Maler Hokusai – am besten bekannt für The Great Wave of Kanagawa – die gleiche Fähigkeit hatte.

Der Edo-Meister (1760-1849) nahm auch den Unterschied bei den Libellenflügeln auf, was Thaler dazu veranlasste, sich zu fragen, ob er (in) die gleiche Standbildweise wie Leonardo sah.

„Flicker-Fusionsfrequenz“

Thaler verwendete die Flicker Fusion Frequency (FFF) – ähnlich den Bildern pro Sekunde eines Films – um zu versuchen, Leonardos außergewöhnliche Sehschärfe in der Studie für die Rockefeller University in den USA als Teil eines umfassenderen Leonardo-DNA-Projekts zu beurteilen, das den Universalgelehrten der Renaissance untersuchte.

Aufgrund unseres langsameren FFF konstruieren wir ein einzelnes 3D-Bild der Welt, indem wir viele teilweise fokussierte Bilder zusammenfügen, sagte er.

Leonardo hat erkannt, dass er die einzelnen Schnappschüsse, mit denen wir unsere Wahrnehmung konstruieren, einfrieren kann, glaubt Thaler.

Thaler sagte gegenüber AFP, er sei fasziniert vom Fall von Ted Williams, einer amerikanischen Baseballlegende, die behauptete, sich selbst trainiert zu haben, um die Nähte eines Baseballs zu sehen, der auf ihn zuflog.

Es wird gesagt, dass Elite-Batter die Nähte selbst dann sehen können, wenn sich der Baseball 30- bis 50-mal pro Sekunde dreht, sagte Thaler.

In Leonardos Fall schätzte Thaler, dass der Künstler einen FFF-Bereich von 50 bis 100 Bildern pro Sekunde haben müsste, um den Unterschied beim Schlagen von Libellenflügeln deutlich zu sehen.

Der Durchschnitt einer Person liegt zwischen 20 und 40 pro Sekunde.

Thaler sagte gegenüber Agence France-Presse (AFP), es sei nicht klar, ob die Gabe genetisch bedingt sei oder ob sie erlernt werden könne.

„Abend“-Porträts

Der Forscher beschrieb auch in einem anderen Artikel, wie Leonardo die Psychophysik – von der vieles heute noch ein Rätsel ist – einsetzte, um Schönheit und Emotionen zu vermitteln.

Er sagte, Leonardos Beherrschung der Sfumato-Technik – die die Ränder von Bildern subtil verwischt und einen 3D-Effekt erzeugt – ermöglichte es ihm, lebensechte Ausdrücke wiederzugeben und seinen Porträts einen intimen Blick zu verleihen.

Er glaubt, dass Leonardo bei Porträts einen selektiven Weichzeichner erreicht hat, indem er bei bewölktem oder abendlichem Licht malt, wo sich die Pupillen der Augen vergrößern, um mehr Licht hereinzulassen, aber eine schmale Schärfeebene haben.

Die vergrößerten Pupillen seiner Dargestellten – auch ein Zeichen der Zuneigung oder Anziehungskraft – waren ein Zeichen der Schönheit in den Porträts der Renaissance.

Es scheint zu bestätigen, was der Künstler selbst in sein Notizbuch geschrieben hat: Welche Weichheit und Zartheit kann man abends und bei trübem Wetter in den Gesichtern von Männern und Frauen wahrnehmen…